„Stillstand ist Rückschritt!“ – Interview mit HC Schotty (Bears A-Jugend)

Bears: HC Schotty, Herzlichen Glückwunsch zur Ernennung zum Headcoach unserer A-Jugend! Wie groß sind die Fußstapfen, in die du damit trittst?

HC Schotty: Vielen Dank! Das Erbe, dass ich jetzt mit meinen Coaching-Team antrete, ist riesig. Benny hat großartige Arbeit geleistet und das hat sich auch in den Ergebnissen der letzten beiden Jahre gezeigt. Ich bin stolz darauf zu seinem Nachfolger ernannt worden zu sein und weiß um die großen Anforderungen, die an mich gestellt werden und werde mit meinem Team alles tun, um dem gerecht zu werden.

Bears: Was kann man denn verbessern und verändern, wenn der Vorgänger Meister wurde? Hemmt das auch?

HC Schotty: Man sagt ja: Stillstand ist Rückschritt! Meiner Meinung nach kommt es ganz auf die Spieler an die man zur Verfügung hat. Da sich die Teams jedes Jahr verändern wäre es naiv von uns zu glauben, dass wir einfach so weiter machen könnten wie die Jahre zuvor. Wir werden unsere Jungs vorbereiten und die individuellen Leistungen nutzen um unsere Stärken hervorzuheben.

Bears: Wie gut kennst du denn deinen Kader bereits? Es wird ja doch einige Veränderungen geben, oder?

HC Schotty: Klar, wir mussten viele Spieler an unser Senior-Tackle-Team abgeben. Aber ich kann sagen, dass wir weiterhin ein starkes Team mit vielen Facetten haben. Auch haben wir eine Stärkung des Teams durch die Zugänge aus unserer B-Jugend erfahren, welche wir jetzt einbinden und vorbereiten, damit sie ein fester Bestandteil des Teams werden.

Bears: Gibt es eigentlich erhöhten Zulauf seit Football im Free TV kommt? Es ist ja doch eine gute Werbung für unseren Sport….

HC Schotty: Also bei uns ist von einem solchen „Hype“ nichts zu merken. Klar ist es schön, dass Football immer mehr ins Geschehen rückt und die Menschen sich dafür begeistern, aber in Berlin gibt es viele Teams und der Markt ist heiß umstritten.

Bears: Wie bereitet ihr euch jetzt im Winter auf die kommende Saison vor?

HC Schotty: Unser Hauptaugenmerk liegt definitiv bei Kraft, Ausdauer und den Grundlagen des Sports. Das trainieren wir derzeit 2x pro Woche: dienstags um 18:30 – 20:00 Uhr in der Sporthalle an der Hertabrücke und donnerstags 18:15 – 20:00 Uhr auf unserem Homefield in der Lipschitzallee.

Bears: Was wünscht du dir persönlich für dich und dein Team für die kommende Saison?

HC Schotty: Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass ich den Jungs die Meisterschaft wünschen würde. Ich wünsche ihnen eine starke und verletzungsfreie Saison mit der Titelverteidigung, ganz klar.

Super Bowl LI mit den Berlin Bears im Astra!

Wie im letzten Jahr veranstalten wir zusammen mit unserem Partner, dem Astra Filmpalast, ein Super-Bowl-Event für bis zu 249 Zuschauer im größten Saal des Kinos.

Beginn ist um 22:45 Uhr mit Vorberichten zum Super Bowl. Kickoff ist um 0:30 Uhr.

Der Eintritt kostet 10 Euro.

Du möchtest dabei sein? Dann komme am Abend des 5. Februar 2017 vorbei oder sichere dir ein Ticket indem du uns ein Email an verein@berlinbears.de schickst.

Viel Spaß!

Berlin Bears beim Playmaker Camp in Erkner

Es sind -5 Grad Celsius, der Himmel bedeckt und das Feld mit Schnee bedeckt. Dennoch haben sich Spieler von verschiedenen Vereinen in Erkner bei den Razorbacks eingefunden, um bei dem Camp von Playmaker Football teilzunehmen. Die Chance von GFL und Nationalteam Coaches trainiert zu werden, ließen sich auch Spieler aus allen Abteilungen der Bears nicht nehmen. Von der C-Jugend bis zu den Männern waren Spieler vertreten.
Am Ende des Tages gewann ein Spieler der Bears, den Defense Leader Award, einen Football und einen Gutschein für Playmakers Store.
Auch für Coaches gab es die Möglichkeit, bei dem Camp zuzuschauen und ganz viele Infos zu sammeln. Coach Marcus Reichert von den Bambinis/U13 Team nutze auch die Gelegenheit daran teilzunehmen
Bereits Freitagabend begann für die teilnehmenden Coaches das Camp mit Vorträgen von National und GFL Coaches. Selbst am Samstag nach 7 Stunden in der Kälte gab es am Abend noch Vorträge für die Coaches.

Ein erfolgreicher Tag für alle Spieler und Coaches, denn man hat neue Erfahrungen gesammelt und sowas kann immer von Nutzen sein

„Wir haben etwas „frischen“ Wind ins Team gebracht“ – Interview mit Jens Baumgart, HC Senior Tackles

Bears: Herzlichen Glückwunsch zur neuen Aufgabe als HC der Senior Tackles, JB! Wie gut kennst du dein neues Team schon? Es gab ja doch einige Veränderungen im Spielerkader wie bei den Coaches…

Coach JB: Vielen Dank für die Glückwünsche! Ich war in den letzten Jahren mehrfach bei den Seniors aktiv, z.B. als RB Coach oder Defense Ass. Coordinator oder LB Coach. Daher kenne ich bereits viele Spieler und Coaches. Für mich ist es eine große Herausforderung, die sportliche Leitung dieses Teams zu übernehmen. Unsere Coaches Crew ist insgesamt recht jung, aber durchaus mit Erfahrungen auf verschiedenen Leistungsleveln und in unterschiedlichen Altersklassen gespickt. Dadurch haben wir etwas „frischen“ Wind ins Team gebracht. Außerdem ist Coach Andy Reichel zu uns gestoßen und das ganze Team inklusive der Coaches profitiert sehr von seinem Erfahrungsschatz. Wir alle lernen jeden Tag von ihm.

Was die Spieler angeht, so haben wir seit Beginn unseres Trainings viele Neuzugänge zu verzeichnen. Das bringt natürlich neuen Ansporn für die bisherigen Spieler, was sich auch in der sehr guten Trainingsbeteiligung zeigt.

Bears: Vor der letzten Saison gab es immer wieder Probleme mit der Halle (belegt) und dem Platz (gesperrt). Könnt ihr euch diesen Winter besser vorbereiten?

Coach JB: Für unsere Saisonvorbereitung wurde uns eine neugebaute Schulsporthalle zur Verfügung gestellt, welche nicht nur top ausgestattet ist, sondern auch genug Platz für ein Training mit 30 Spielern bietet. Diese haben wir 1x pro Woche. Für unsere zweite Trainingseinheit nutzen wir unser Homefield. Ich bin daher optimistisch.

Bears: Die letzte Saison war ein harter Kampf gegen den Abstieg, der zum Glück abgewandt werden konnte, auch Dank deiner Hilfe als Coach. Wie kann das Team wieder in die Erfolgsspur kommen?

Coach JB: Also die Lorbeeren für den Erhalt in der Regionalliga kann ich nicht annehmen. Den haben sich die Spieler selbst erkämpft und ihrem großen Kampfgeist ist es zu verdanken, dass wir die Liga halten konnten.

In der letzten Saison unter der Leitung von Coach V. Hertzberg war die Zielvorgabe der Aufstieg. Dieses hoch gesteckte Ziel sollte u.a. durch Importspieler wie z.B. QB Casey Mintz erreicht werden. Leider ging die Rechnung nicht auf und Gründe dafür gibt es viele. Die neue Coaches Crew hat umfangreich die letzte Saison analysiert und die aus meiner Sicht richtigen Schlüsse gezogen. Ob sich unsere Ideen und Umstellungen als erfolgreich erweisen sehen wir im Herbst. Unsere Ziele für die kommende Saison sind ehrgeizig, aber auch erreichbar.

Erfolg ist jedoch mehr als die Abschlusstabelle! Den Erfolg eines Teams nur an Siegen und Niederlagen zu messen ist mir zu banal. Erfolg ist auch die Integration von neuen Spielern ins Team, sei aus der eigenen Jugend oder von außen.

Bears: Du sprichst bereits die Integration junger Spieler an. Werden wir einige Spieler aus der letztjährigen Meister-A-Jugend bei den Seniors wiedersehen?

Coach JB: Definitiv! Und einige dieser Spieler werden unser Team auf wichtigen Positionen verstärken.

„Niemand verliert gerne!“ – Interview mit Björn Hansen, HC Senior Flags

Bears: HC Björn, herzlichen Glückwunsch nochmals zur Ernennung zum HC der Senior Flags! Wie geht es den Flags aktuell?

HC Björn: Vielen Dank für die Glückwünsche! Coach JB hatte mich 2012 als HC der Flags beerbt und mich erfüllt es mit Stolz, dass ich nun wiederum sein Erbe antrete. Seit dem Gewinn der Meisterschaft 2012 befindet sich das Flag-Team im Umbruch, denn viele altgediente Spieler haben aufgehört und der Kader erlebt eine nie dagewesene Verjüngungskur. Dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen und wir werden vielleicht erst 2018 wieder oben mitspielen.

Bears: Immerhin! Ist denn das schmerzliche Verpassen der Playoffs in der letzten Saison bereits verarbeitet?

HC Björn: Nein, die liegt noch schwer im Magen und ist noch lange nicht verdaut. Es war erst das zweite Mal in elf Jahren, dass wir nicht in die Playoffs kamen. Wir sind mit hohen Erwartungen in die Saison gestartet und hatten nach zwei Siegen und den zwei knappen Niederlagen gegen Leipzig die Playoffs fest im Visier. Wir konnten jedoch die Leistung nicht abrufen, die der Kader hätte hergeben müssen. Dazu kommt, dass Teams wie Leipzig und Dresden in den letzten Jahren einen riesigen Schritt gemacht haben. Mir persönlich zeigte die letzte Saison, dass Erwartungen und Realität oft weit auseinanderliegen. Dort sehe ich meine Hauptaufgabe: Ich möchte, dass die Jungs den Spaß am Spiel zurückgewinnen und als Team zusammenwachsen und siegen.

Bears: Wie möchtest du erreichen, dass sich wieder ein Team bildet? Sind Teams wie Leipzig oder Dresden inzwischen Vorbild für die Bears?

HC Björn: Das ist eine wirklich schwere Frage. Ich möchte aus den Jungs und Mädels wieder eine Einheit bilden. Dazu helfen Aktivitäten abseits des Feldes, aber in erster Linie will ich sie bei ihrem Ego packen: niemand verliert gerne! Während unserer Hochphase haben wir nicht oft verloren und waren ein eingeschworener Haufen, der sich seit ewigen Zeiten kannte und auch privat viel miteinander unternahm. Da möchte ich wieder hinkommen. Ich möchte, dass die Spieler wieder gerne zum Training kommen und auch privat Zeit miteinander verbringen. Dann kommt der Erfolg von alleine wieder.

Den Gegenentwurf sehe ich bei meiner 11-jährigen Tochter. Sie sagt mir immer, dass sie wegen des Spaßes am Spiel spielt. Das treibt mich regelmäßig zur Verzweiflung. Um mal Hermann Edwards zu zitieren: „we play to win the game“. Nur darum geht es. Niemand findet Niederlagen cool. Und Teams wie Leipzig, Dresden oder Braunschweig nehme ich mir da als Vorbild.

Bears: Und warum nicht Hamburg, den Seriensieger?

HC Björn: Ich lasse Hamburg jetzt mal bewusst raus. Ich gönne Ihnen den Erfolg, gar keine Frage, und beglückwünsche sie zu 4 Meisterschaften in Folge. Dennoch halte ich deren Weg für falsch, denn sie bedienen sich ihrer Tackle-Spieler. Das kann nicht unsere Zukunft sein. Meisterschaften gewinnen mit Kadern, die primär aus Tackle-Spielern bestehen, bringt unseren Sport nicht voran.

Bears: Vielen Dank für das Interview!